Nein !

 

 

 

Wir erschossen alles

 

was vor unsere Flinte lief

 

Egal ob:

 

Fuchs

 

Hase

 

oder Mensch

 

 

 

Wir aßen alles

 

was in unseren Kochtopf kam

 

Egal ob:

 

Kartoffel

 

Rübe

 

oder unsere eigenen Kinder

 

 

 

Nein!

 

wir sind nicht böse

 

Gott schickte uns nur den KRIEG

 

 

 

 

 

 

Stadt Land Fluss

 

 

 

In der Luft:

 

Der tödliche Gesang der Fluggeräte

 

Das Pfeifen stählerner Sendboten

 

Das Krachen der Granaten

 

 

 

Flammende Schleier

 

fallend, fallend,

 

immer tiefer fallend

 

 

 

Zu ebener Erde:

 

Der rote Atem der Wurfmaschinen

 

Das Rollen metallener Burgen

 

Das Marschieren harter Stiefel

 

 

 

Vergiftete Wiesen

 

sinkend, sinkend,

 

immer tiefer sinkend

 

 

 

Und im Keller?

 

Nur ich

 

Ich und meine Angst

 

nackt, ganz nackt

 

 

 

 

 

 

Der Bauer schwarz

 

  

 

Die Karten der Eroberung liegen um den Tisch verstreut

 

Zahlen und Pfeile sich darauf optimistisch küssen

 

Küssen, küssen

 

unter der Laterne küssen

 

Karbolduft noch von weißer Schwesterntracht umarmt

 

doch die Vorhänge nur flattern in leere Räume

 

Leer, Leer

 

Leere Räume

 

 

 

Vom Grat der Entscheidung herab man sieht deutlich den schwebenden Schrei der Angst

 

Kollektiv

 

Tief, Tief

 

Ein einziger großer Stein

 

der quälend langsam fällt

 

quälend langsam fällt

 

Fällt

 

Fällt

 

und fällt

 

und ein Dorf nach dem anderen unter sich zermalmt

 

Zermalmt

 

Zermalmt

 

 

 

Dorf für Dorf

 

Stadt für Stadt

 

Ader um Ader

 

Und die Gartenzäune brechen

 

Und die Zwerge springen von den Dächern

 

Springen und zerbrechen

 

Springen und zerbrechen

 

 

 

Von diesem Kamme man blickt auch in die schmalen Augen die verstohlen

 

in die dunklen Kisten der Kollaboration krabbeln

 

Verstohlen

 

Verstohlen

 

dunkel verstohlen

 

Doch der Fluch der Geburt schlüpft hinterdrein und löscht mit einem einzigen eisigen Atemzug

das Licht der Kerze der schonenden Hoffnung

 

 

 

Nur ein einziger Hauch

 

Ein Hauch

 

Ein Hauch

 

Ein eisiger Hauch

 

Alle Fenster von der Wucht zerrissen

 

denn die rollenden Türme der Vergeltung

 

genietet aus den Blechen des Hasses und des Siegestaumels

 

kennen keine Gnade

 

Keine Gnade

 

Gnade!

 

richten ihren stählernen Streichhölzer in die Wolken

 

und zünden an das Kleid des Jesuskind

 

das so süß in Träumen lag

 

So süß, So süß

 

So süß in Träumen lag

 

 

 

Engel schreien auf im Flammenmeer

 

Schreien!

 

Schreien!

 

Schreien!

 

Und herab regnen die schwarzen Flocken der völkischen Missgunst

 

Legen sich auf die silbernen Zungen all der vergasten Kokons in den Gräben

 

mit deren Zähnen nächstes Jahr der Bauer im schwarzen Kleid eine vielversprechende Aussaat hält

 

Schwarz ist der Bauer

 

Schwarz

 

Schwarz

 

 

 

Und aus den leeren Trichtern ihres führerlosen Blickes wird sprießen die lanzende Gerste mauerhoch

 

Hoch, Hoch

 

Mauerhoch

 

Wird sperren aus das Lachen fremder Kinder

 

Wird schützen vor dem Verstehen

 

Vor dem Verstehen

 

Verstehen

 

Vor dem alle gerissenen Wunden der Verzweiflung nähenden Verstehen

 

 

 

Mutterkorn das auch die nächsten Generationen mit dem Schal der Rache erdrosseln wird

 

Mutterkorn, Vaterland

 

Vaterland, Mutterkorn

 

Mögt schweigen während ich im Blute wate

 

Muttererde, Vaterland

 

Vaterland, Muttererde

 

Meinen Mantel haltet mir bereit

 

Haltet bereit

 

Haltet bereit

 

 

 

 

 

Splitter für die neue Welt

 

 

  

Der große Krieger

 

Wer kennt ihn nicht?

 

wirft glühende Speere

 

durch die dunkle Nacht

 

 

 

Weit sie fliegen

 

und erst hinter den Schallmauern

 

sieben an der Zahl

 

im Land der hässlichen Zwerge

 

sie öffnen ihren stählernen Bauch

 

Gebären Splitter

 

für die schöne, neue Welt

 

 

 

Der Vater

 

stolz

 

es belegt

 

Die Videospiele laufen

 

heute mit Chips

 

ohne Brot

 

im warmen Sessel liegend

 

so schmeckt uns das kühle Coke

 

 

 

Kameras auch surren

 

wenn die tapferen Speere

 

mitten im süßen Duft der Wolken kehren um

 

leicht beschwingt

 

und nehmen rollend wieder ein

 

ihren angestammten Platz

 

in des Vaters schützend Arm

 

 

 

„Willkommen daheim Jungs.“

 

Der Krieger lächelt

 

an seiner Stirn

 

ganz glatt

 

es salutiert

 

blitzend blinkend

 

die silbern polierte Teflonhand

 

„Saubere Arbeit!“

 

 

 

Nur an den Schaufeln

 

nimmermüde

 

es klebt ein wenig Dreck

 

 

  

 

 

Sie bucken einen Kuchen

 

 

 

Auf dem Spielplatz

 

des emsigen Elektronenzählers

 

die stets lachenden Kinder

 

des unerbittlich rüstenden Wettläufers

 

bucken in den Urnen

 

einen schwarzen Kuchen

 

aus Menschenglas

 

und verbrannter Erde

 

Es galt zu Feiern

 

ohne Zweifel

 

die Geburt der Zwillinge

 

Neutron und Proton

 

welche verschmolzen

 

und gefallen aus der Blase

 

des unsterblichen Fortschritts

 

Siamesische Zwillinge

 

 

 

Oder war es Hiroshima?

 

 

 

 

 

Der Führer, er log

 

  

Springt Auf!

 

Rief der Führer

 

Hört meine Flöte

 

Wir folgt mir

 

 

 

Lauscht den Tönen

 

Süß sie sprechen:

 

Es ist unser Land

 

Blut für Gut

 

 

 

Mutter zweifle nicht

 

Gib den Mann

 

Es ist Pflicht

 

Ehren zu mehren

 

 

 

Auch Söhne stolz

 

Sie sind mein

 

Geb sie zurück

 

In Orden ohne Sorgen

 

  

  

Doch der Führer, er log

 

Orden zu Blech

 

Die Noten taub

 

Nur eines wahr:

 

 

 

Vater, Söhne

 

Heute Land

 

Mit Tränen streichelt

 

Mutters Hand